Mit dem Jeep durch die Sahara

Von Italien nach Tunesien in die Sahara

**Gastbeitrag von Raphael Di Biase**
Fünf 4×4 Jeeps und zehn Südtiroler: Im November 2012 haben sie sich etwas ganz Spezielles ausgedacht. Sie düsten damit quer durch die Sahara. Eine Expedition der ganz besonderen Art. Mit Pleiten, Pech und Pannen, doch am Ende war alles gut.

 

33° 0´ 0´´N, 9° 38´0´´E

40°C

Wohin man blickt nur Sand und weit und breit keine Hilfe in Sicht. Die Koordinaten definieren den genauen Punkt in dieser scheinbar endlosen Wüste, wo sich eines unserer Autos im Sand verfangen hat.

Unsere Expedition besteht aus fünf Geländewagen und wir sind auf dem Weg nach Khsar Ghilane, einer Wüstenoase westlich von Matmata und 800 km südlich von der Hauptstadt Tunis. Seit Stunden basteln wir an der kaputten Vorderachse des Chevrolets, doch fehlt uns das richtige Ersatzteil.

Der Wind bläst uns heißen Wüstensand ins Gesicht und langsam nähert sich die Sonne dem Horizont. Heute werden wir wohl aufgeben müssen.

Mit dem Jeep durch die Sahara Mit dem Jeep durch die Sahara

Mit dem Schiff von Genua nach Tunesien

Alles begann auf einer Autobahnraststätte nähe Bozen wo der Treffpunkt für die Wüstenexpedition festgelegt war. Von dort fuhren wir die ca. 300 km bis Genova um von dort mit dem Schiff nach Tunesien zu fahren.

Mit an Bord alle möglichen Gelände- und Wüstenfahrzeuge und eine Masse vollbeladener Kleinautos, beladen mit Motorrädern, Teppichen, Bettgestellen und zahllosen unidentifizierbaren Plasticksäcken.

In Tunesien angekommen

Nach der 20 Stündigen Überfahrt erwartete uns eine 600 km Fahrt bis nach Douz, der Grenzstadt zur Sahara, wo sich die letze Tankstelle und Versorgungsort vor einem 1000 km großem Gebiet befindet.

Mit dem Jeep in die Sahara

Treffpunkt für unzählige Touristen und Abenteurer die sich ein letztes treffen um sich dann auf eigene Faust oder mit Führung in die Wüste zu wagen. Unsere Gruppe bestand aus 5 Autos und 10 Leuten, von denen die meisten schonmal die Wüste bereist hatten.

Jedes Auto ausgestattet mit GPS Verbindung, einem zweitem Benzin- und Wassertank und Essensreserven für eine Woche. Der Plan war, einer vorgegebenen Route 5 Tage durch die Sanddünen zu folgen um nach Bir Aouine, einer kleinen Oase inmitten der Wüste zu gelangen.

Von dort aus wollten wir über die, an die Dünen angrenzenden Sandpisten, zurück nach Matmata und Douz kommen.

Mit dem Jeep durch die Sahara

Sahara karte

Der richtige Weg durch die Sanddünen verändert sich jede Stunde durch den Wind und man folgt nur der geraden Linie zum nächsten Punkt auf dem GPS-Gerät.

Ständig bleibt eines der Autos im warmen Sand stecken und nur durch Schaufeln und mit Hilfe der Seilwinde, die an jedem Auto installiert ist, schafft man es langsam aber stetig weiterzukommen.

10 km schaffen wir am ersten Tag, 15 am nächsten.

Mit dem Jeep durch die Sahara

Mit dem Jeep durch die Sahara

Nachts schlafen die meisten in ihren Autos, manche unter dem Sternenhimmel, der hier wirklich glasklar ist. Bei einem Lagerfeuer erzählt man sich Geschichten, genießt die Abgelegenheit inmitten der Sanddünen oder schaut nach den Sternen.

Am dritten Tag bricht die Vorderachse eines unserer Autos und wir sind gezwungen unser Camp für 2 Tage am Unfallort aufzuschlagen. Ohne das Ersatzteil kanns nicht weitergehen und wir rufen per Satellitentelefon einen Bergungs-Unimog.

Durch die genauen Koordinaten kann er uns nach 12 Stunden erreichen und wir können unsere Reise fortsetzen. Mit dem kaputten Auto im Schlepptau des Wüstenlastwagens geht es nun noch langsamer voran, was jedoch viel Gelegenheit zu öfteren Pausen und Erkundungen zulässt. Man fängt an, das Lebensfeindliche Territorium zu begreifen und der Respekt für die Wüste steigt mit jedem hinterlegtem Meter.

Nach einem weiterem Tag erreichen wir endlich die äußere Steinwüste und Matmata ist nicht mehr weit. Dort erholen wir uns einen Tag von den Strapazen und waschen uns den Sand vom Körper ehe wir uns auf den Rückweg nach Südtirol machen. Zum Glück ohne weitere Pannen oder Unfälle.
Mit dem Jeep durch die Sahara

Mit dem Jeep durch die Sahara
Ich danke meinem Vater und allen anderen Mitgliedern des 4×4 Clubs Bozen, die diese unvergessliche Reise möglich gemacht haben!

Fotos und Video: Raphael Di Biase, Canon 5D Mark 2

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