Einfach mal machen: Elisa und ihr Guesthouse auf Lombok

Einfach mal machen…

In unserer neusten Serie auf dem Blog „Einfach mal machen“ möchten wir euch Menschen vorstellen die ähnlich wie wir selber, ihren ganzen Mut zusammen genommen haben um ihren Träumen zu folgen.

Menschen die es einfach mal so gemacht haben und irgendwo auf der Welt, sich nieder gelassen haben um etwas Neues zu beginnen. Egal ob es sich dabei um etwas für die Ewigkeit oder für eine gewisse Zeit handelt.

Auch ist es uns wichtig in dieser neuen Serie Menschen vorzustellen die sich neben ihrer Unternehmerischen Tätigkeit auch noch für Soziale Projekte engagieren.

Den Anfang der neuen Serie macht heute Elisa…

Elisa und ihr Batu Bambu Guesthouse auf Lombok

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Hallo Elisa bitte stell dich kurz vor und erzähl uns etwas mehr über dein Leben vor Lombok.

Mein Name ist Elisa Bracht, ich bin 91er Jahrgang. Geboren bin ich in der Nähe von Karlsruhe, aufgewachsen in Halle an der Saale und dann ging das Reisen los.

Schon mit 16 machte ich meine erste größere Reise durch Europa. Nach dem Abi ging es nach Australien und Südostasien. Während des Studiums verbrachte ich meine Semesterferien in Indonesien.

Dann brannte meine WG in Lüneburg ab und ich sehnte mich nach meinem „Happy Place“ Indonesien.

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Wie ist es dazu gekommen, dass du in Lombok ein Guesthouse aufgemacht / übernommen hast?

Den Traum von einem Eigenen Gästehaus habe ich schon sehr lange in mir. Aber ich hätte nie gedacht, dass dieser Traum Wirklichkeit wird!

Durch einen Zufall verschlug es mich 2014 nach Lombok. Ich fragte mich selbst warum ich vorher immer wieder auf Bali war und Lombok nie besucht hatte. Von der ersten Sekunde an war Kuta Lombok neuer Lieblingsort.

Ich fand es faszinierend wie die Sasak (Bewohner von Lombok) mit der Natur verbunden sind, wie sie im Hier und Jetzt leben und glücklich sind mit dem was sie haben. Plötzlich kam mir die Trauer um den Verlust all meiner persönlichen Dinge durch den Brand schon fast lächerlich vor.

Was hatte ich nicht alles angesammelt über die Jahre. In Lombok haben viele Menschen nur sehr sehr wenig, sind wahnsinnig Gastfreundlich und bereit das wenige was sie haben zu teilen. Das hat mich einfach fasziniert und Lombok hat mich angezogen wie ein Magnet.

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Ich hab nicht wirklich hin und her überlegt ob es der richtige Ort ist für meinen Traum. Irgendwie war es klar. Ich musste die Frage nicht stellen. Die Antwort war bereits da.
Die Entscheidung für ein Leben auf Lombok war alles andere als rational. Sie war nicht durchkalkuliert, es gab keine pro und kontra Liste, keinen Plan B. Da war einfach nur ein Gefühl was für diesen Moment und diese Entscheidung stimmig war.

2015 habe ich die Firma gegründet und im Juli 2015 ging die Baustelle los. Im Sommer 2016, nach einem Jahr bauen und Papierkrieg, konnte ich dann endlich das Batu Bambu eröffnen. Diese 3 Sätze hören sich jetzt sehr schnell und einfach an aber es war wirklich eine taffe Zeit. Strand, surfen, Cocktails schlürfen- die Realität war genau das Gegenteil. Eine Baustelle in Indonesien zu managen ist nicht so einfach.

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Was war die größter Herausforderung der du dich stellen hast müssen?

Ich war um ehrlich zu sein noch sehr Grün hinter den Ohren als ich mich für meinen Traum auf Lombok entschieden habe. Ich bin sehr positiv und vielleicht auch etwas naiv an alles herangegangen. Somit habe ich mir wenig steine selbst in den Weg gelegt. Ich hatte definitiv nicht mit so viel Papierkram gerechnet. Das war ein harter Kampf und wenn ich vorher gewusst hätte auf was ich mich da eigentlich einlasse, hätte mich das nur abgeschreckt.

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Die größte Herausforderung war am Anfang wirklich, dass hier einfach alles anders ist als in Deutschland. Ich war in einer neuen Umgebung, konnte damals kaum Indonesisch und musste eine Baustelle mit Zeichensprache unter Kontrolle haben. Schnell habe ich gelernt, dass „besok“(morgen auf Indonesisch) nicht unbedingt „morgen“ bedeutet und dass wenn mir ein Handwerker „Munkin besok“ (Vielleicht morgen) antwortet, dass er am nächsten Tag wohl kaum auf der Baustelle erscheinen wird.

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Wie ist es als europäische Frau in einem muslimischen Land zu leben und arbeiten?

Die Menschen im Süden von Lombok sind sehr herzlich und interessiert anderen Religionen und Kulturen gegenüber. Es gab bisher keine einzige Situation in der es eine Rolle gespielt hätte ,dass ich eine europäische Frau in einer muslimischen Region bin.

Im Batu Bambu feiern wir gemeinsam den „Hari Raya Idul Fitri“ (Zuckerfest am Ende des Ramadan zum fasten brechen) genau wie wir auch gemeinsam Weihnachten feiern.

Was macht dein Guesthouse für dich so besonders?

Ich bin immer wieder erstaunt was für interessante Gäste zu uns kommen und wie Freundschaften unter den Gästen bei uns entstehen. Irgendwie haben wir es geschafft mit unserem etwas zu kleinen Gemeinschaftstisch die Leute zusammen zu bringen.

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Die Atmosphäre, die bei uns im Team und auch mit den Gästen herrscht, ist sehr Familiär und das macht das Batu Bambu einfach besonders. Wir haben 2 Low Budget Zimmer die bei jeder Deckungsbeitragsrechnung sofort rausfallen würden.

Aber die Gäste die auf kleinem Budget zu uns kommen bringen den richtigen Vibe zu uns. Ein sozialer Mehrwert den man nicht im Finanziellen messen kann. Ich glaube es ist offensichtlich, dass das Batu Bambu ein Traum mit sozialem Hintergrund ist und ich nicht das Ziel verfolge mit meinem Unternehmen reich zu werden.

Gäste können bei uns am Kindersonntag mit aktiv werden und sich einbringen. Derzeit entsteht der Verein für die „Batu Bambu Kids Foundation“. Auch ein Projekt was zusammen mit Gästen entstanden ist.

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Hast du ein paar Insidertipps für die Lombok bzw. was ist dein Lieblingsplatz auf der Insel?

Mein Lieblingsplatz ist definitiv im Lineup früh morgens zum surfen beim Sonnenaufgang. Lombok ist wirklich ein Paradis für Surfer. Nach einem langen Tag laufe ich mit unserem Batu Bambu Hund in die Berge hinter unserem Garten. Dort oben weht immer ein kühler Wind und die Aussicht in die Grünen Berge ist traumhaft.

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Ich empfehle allen die in den Süden von Lombok reisen folgendes:

Schnappt euch einen Roller und erkundet auf eigene Faust die Südküste Richtung Westen. Die Strände Mawun und Selong Belanak sind sehr bekannt aber nicht viele fahren weiter an der Küste entlang. Nach Selong Belanak kommen noch unzählige schöne Buchten. Dort gibt es keine Sonnenliegen, keinen Rollerparkplatz und man kann nicht einmal eine Kokosnuss am Strand kaufen.

Die Kinder Am Straßenrand strecken ihre Hände aus weil sie auf ein „high five“ hoffen und wenn man tanken geht kommt das halbe Dorf aus Neugier um die Neuankömmlinge in der Region bestaunen.

Kannst du dir vorstellen irgendwann wieder fix nach Europa zurück zu kehren

Ich möchte erstmals auf unbestimmte Zeit in Indonesien bleiben. Derzeit ist es der richtige Ort für mich. Ob das in 10 Jahren auch noch so ist wird sich zeigen. Das Inselleben ist irgendwie einfacher und materielle Dinge sind nicht so wichtig.

Alles was ich privat besitze passt in zwei Umzugskartons (mal abgesehen von meinen Surfboards und meinem Scooter). Das Leben findet draußen statt und der Tag orientiert sich für mich an Ebbe und Flut. Ich bin umgeben von lauter inspirierenden Menschen die hier leben und ihre Träume verwirklichen oder auf der Durchreise sind.

Das alles ist ein Lebensstil den ich mir immer erträumt hatte. Die ersten 2 Jahre hier waren wirklich harte Arbeit und bin unendlich froh und dankbar, dass ich von Freunden und der Familie die Unterstützung bekommen habe meinen Traum vom eigenen Gästehaus zu erfüllen.

Vielen Dank Elisa für das Interview!

Das Batu Bambu Guesthouse findest du auf Airbnb oder auf der eigenen Webseite

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